Amitabha:
(skt.; tib.:öpame) Buddha des grenzenlosen Lichts, Schützer der Verstorbenen


Bodhicitta:
(skt.) "Erleuchtungsgeist" oder "erleuchtete Geisteshaltung".
Da ist zunächst das "Bodhicitta der Absicht". Das ist der Wunsch, dass alle Wesen ohne Ausnahme vom Leid befreit sein und das letzendliche Glück der Buddhaschaft erleben mögen.
Dann ist da die konkrete Umsetzung dieses Wunsches, das "Bodhicitta der Anwendung". Das ist das Engagement, tatsächlich zum Nutzen der Lebewesen aktiv zu werden. Aktiv werden bedeutet hier einerseits, ethisches Verhalten im Alltag zu üben, d.h. anderen nicht zu schaden, sondern, im Gegenteil, Liebe und Mitgefühl für sie zu kultivieren (relatives Bodhicitta) und andererseits regelmäßig zu meditieren, was uns hilft, Einsicht und Weisheit hervorzubringen
(letztendliches Bodhicitta).


Bodhisattva:
(skt.) "Erleuchtungswesen".
Der Begriff "Bodhisattva" ist auf verschiedenen Ebenen zu verstehen.
In seiner allgemeinsten Auslegung bezeichnet er Mahayana-Praktizierende, und genauer Personen, die das Bodhisattva-Versprechen abgelegt haben. Er bezeichnet auch Menschen, die schon die erste Stufe der Erleuchtung, aber noch nicht die volle Verwirklichung eines Buddha erreicht haben.
Ein Bodhisattva hat die Absicht, den Buddhazustand zu erreichen, um alle Wesen vom Leid des Daseinskreislaufes zu befreien. Er (oder sie) setzt diese Absicht um, indem er sich in allumfassender Liebe und Mitgefühl übt. Seine selbstlose Haltung ermöglicht ihm das Durchschneiden seines Ichanhaftens und stellt die Energie dar, die ihn zur Erleuchtung führt.
Der Weg eines Bodhisattva zur Buddhaschaft besteht darin, sich zum Nutzen der Wesen in den
sechs transzendenten Tugenden (Paramita) zu üben.


Bodhisattva-Versprechen:

Formelle Zeremonie, in der ein Praktizierender verspricht, nie ein Lebewesen von seinem Mitgefühl auszuschließen und nie das Streben nach Erleuchtung zum Nutzen aller Wesen aufzugeben.


Buddha:
(skt. - tib.: sangye)
Mit "Buddha" ist einerseits die historische Person des Buddha Shakyamuni gemeint. Er lebte im sechsten Jahrhundert vor Christus in Nordindien, erreichte Erleuchtung und gab die Lehre vom Weg zur Befreiung über 40 Jahre lang an seine Schüler weiter.
Mit "Buddha" kann aber auch die Qualität des erleuchteten Geistes selbst gemeint sein. Wer immer die höchste Erleuchtung verwirklicht, ist ein Buddha: Sein Geist ist von allen Verdunklungen und Schleiern befreit (sang) und er hat alle Qualitäten völlig entwickelt (gye).


Buddhaaspekt:
Meditationsgottheit.
Die unterschiedlichen Buddhaaspekte können verschiedene Farben, mehrere Gesichter, mehrere Paare von Armen und Beinen haben usw. All dies hat symbolische Bedeutung.
Durch jeden Buddhaaspekt (wie Tschenresi, Tara und andere) werden bestimmte Qualitäten des erleuchteten Geistes dargestellt und hervorgehoben. Die Meditation auf einen Buddhaaspekt ermöglicht Praktizierenden, Zugang zu den Qualitäten zu finden, die der Buddhaaspekt ausdrückt und sie in ihrem eigenen Geist zur Entfaltung zu bringen.


Dharma:
(skt.) "Gesetz, Lehre".
Mit Dharma ist die Lehre Buddhas gemeint. Nach seiner Erleuchtung begann Buddha Shakyamuni, seine Erkenntnisse mit denen zu teilen, die ihn darum baten. Er erklärte die Gesetzmäßigkeiten, nach denen unser Geist funktioniert. Er erklärte, was zu Leid, was zu Glück, und was - darüber hinaus - zur Befreiung von der gesamten bedingten Existenz führt. So gab er den Lebewesen die Mittel in die Hand, sich vom Leid zu befreien.
Buddha hat sehr viel und auf vielen verschiedenen Ebenen gelehrt. In den traditionellen Texten wird von 84.000 Belehrungen gesprochen. Mit dieser Vielfalt antwortete er auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Persönlichkeiten der Schüler.
Allgemein kann man sagen, dass der Dharma die Gesetzmäßigkeiten aufzeigt, nach denen der Geist funktioniert. Dazu gehören sowohl die relative (oder konventionelle) Wirklichkeit mit ihren Gesetzmäßigkeiten als auch die letztendliche Wirklichkeit, die darin besteht, dass alle Erscheinungen (sowohl die materielle Welt als auch der Geist der Lebewesen) keinen festen Wesenskern besitzen und in dem Sinne nicht wirklich existieren. Diese beiden Ebenen der Wirklichkeit völlig zu verstehen lässt die erleuchteten Qualitäten des Geistes in Erscheinung treten und ist identisch mit der Befreiung von jeglichem Leid, der Buddhaschaft.


Dhagpo Dargye Ling:
(tib.) der Ort, an dem die Lehren der Übertragungslinie vom Meditationsmeister Gampopa sich ausweiten.


Dhagpo Dedröl Ling:
(tib.) der Ort, an dem Befreiung durch wahre Freude erreicht wird.


Dhagpo Kagyü Ling:
(tib.) der Ort der mündlichen Übertragungslinie des Meisters Gampopa.


Dordje Sempa:
(tib.) ein Buddhaaspekt, der besonders hilfreich dabei ist, den Geist von den Spuren nicht heilsamer Handlungen zu reinigen.


Dreijahresretreat:

In der Kagyü Tradition des tibetischen Buddhismus ist das Dreijahresretreat im 19. Jahrhundert eingeführt worden.
Das Dreijahresretreat wird unter Anleitung qualifizierter Lamas, in der Regel in der Gruppe (bis zu 15 Personen), durchgeführt. Die Teilnehmer engagieren sich, während dieses Zeitraums den Retreatplatz nicht zu verlassen.
Das Programm reicht von grundlegenden Meditationsübungen bis hin zu den höchsten Praktiken, die in der Kagyü Linie überliefert sind, wie der Mahamudra-Meditation und den Sechs Yogas von Naropa.


Drei Juwelen:
Buddha, Dharma, Sangha.
Dies sind die drei Quellen, in die jeder Buddhist Zuflucht nimmt.
Mit Buddha ist der Buddhazustand oder das letztendliche Ziel gemeint. Buddhaschaft bedeutet Freisein von sämtlicher Täuschung und allem Leid, und ein Zustand, in dem alle Gegensätze überwunden sind. Das Ziel ist verwirklicht, wenn wir unseren eigenen Geist, der die Quelle der gesamten Erscheinungswelt ist, völlig erkannt haben.
Der Dharma ist die Lehre über den Weg zur Buddhaschaft.
Die Sangha reicht von der Gemeinschaft der verwirklichten Schüler des Buddha über fortgeschrittene Praktizierende, die aufgrund ihrer Erfahrung in der Dharmapraxis als spirituelle Lehrer wirken können bis hin zur Gemeinschaft der Mitpraktizierenden.
Diese drei Quellen sind kostbar und werden "Juwelen" genannt, weil es durch ihre Hilfe möglich wird, den leidvollen Daseinskreislauf hinter sich zu lassen.


Drupla:
eine Person, die mindestens ein traditionelles Dreijahresretreat durchgeführt hat.
Das traditionelle Dreijahresretreat wird umfasst ein fest umrissenes Programm von den grundlegenden bis hin zu den höchsten Praktiken der Kagyü Überlieferung und wird unter Anleitung spiritueller Lehrer in einer Gruppe von mehreren Praktizierenden durchgeführt.


Ermächtigung: (auch Einweihung, Initiation oder tib.: wang)
Zeremonie, in der ein Meditationsmeister spirituelle Schüler mit der Kraft des erleuchteten Geistes in Kontakt bringt. Der Lama begibt sich in Meditation auf den Buddha-Aspekt oder den Meister, auf den die Einweihung geben wird. Dadurch können die Schüler, je nach Ausmaß ihrer Offenheit, einen Moment lang direkt die Qualitäten der Verwirklichung erleben. Dies wird zum Ausgangspunkt und zur Inspiration für ihre eigene Praxis.
Um Vajrayana-Praktiken üben zu können, ist das Erhalten der jeweiligen Ermächtigung unerlässlich (Tschenresi, Tara, Milarepa usw.) Zu einer vollständigen Übertragung gehören neben der Ermächtigung die Erklärungen zurjeweiligen Praxis (tri) und die rituelle Lesung (lung).


Gelübde des ethischen Verhaltens:

1. Nicht töten, 2. Nicht stehlen, 3. Nicht lügen, 4. Keuschheit, (bzw. in der Form der Laiengelübde der Verzicht auf sexuelles Fehlverhalten) 5. Keine Einnahme von Alkohol oder anderen bewusstseinsverändernden Mittel.
Die Gelübde können in Gegenwart eines dazu authorisierten Dharmalehrers für eine Zeitdauer eigener Wahl abgelegt werden.

Gyalwa Karmapa: (tib.)
"Gyalwa": Sieger über alle Unwissenheit, Negativität und Verdunklungen des Geistes.
"Karmapa": derjenige, der die Aktivität aller Buddhas ausführt.


Karma Kagyü Linie:
(tib.)
Die Kagyü Linie, die "Linie der mündlichen Übertragung", ist neben den Gelugpas, Nyingmapas und Sakyapas eine der vier Hauptschulen im Vajrayana-Buddhismus. Sie gibt der praktischen Meditationsübung Vorrang vor bloß theoretischem Wissen, weshalb sie manchmal auch als "Praxislinie" bezeichnet wird.
Die Kagyü Linie geht auf den indischen Meister Tilopa zurück, dessen Lehren Marpa im 11. Jahrhundert nach Tibet brachte. Der Kagyü Meister Gampopa (12.Jhd.) hatte sehr viele Schüler, von denen schließlich die vier großen und acht kleinen Schulen der Kagyü Tradition ausgingen.
Von den vier großen Linien (Padrug, Tselpa, Baram und Karma bzw. Kamtsang Kagyü) gibt es heute nur noch die letzten zwei, und von den acht kleinen (Martsang, Schugseb, Yerpa, Yasang, Trophu, Drugpa, Drikung, Taklung Kagyü) nur noch die letzten vier.
Alle Kagyü Schulen sehen den Gyalwa Karmapa als ihr spirituelles Oberhaupt an.


Kündröl Püntsok Ling:
(tib.) der vorzügliche Ort, an dem alles befreit wird.


Lama:
(tib.) spiritueller Lehrer in der tibetisch-buddhistischen Tradition.
Im Rahmen des Dhagpo Kagyü Mandala ist ein Lama eine Person, die mindestens ein traditionelles Dreijahresretreat durchgeführt und die Fähigkeiten erworben hat, andere auf ihrem spirituellen Weg anzuleiten.
Man wird "Dhagpo Lama" durch die Anerkennung des Lama Rates des Dhagpo Kagyü Mandala.


Lung: (tib.) Übertragung durch Lesen.
Ein dazu authorisierter Dharmalehrer liest einen Praxistext oder einen Kommentar eines der großen Meister vor, was den Segen der Überlieferungslinie vermittelt und den Schülern die Erlaubnis gibt, den betreffenden Text zu praktizieren oder zu studieren.
Um die Praktiken des Vajrayana auszuüben zu können, muss man drei Dinge erhalten: eine Ermächtigung für die betreffende Praxis (tib.: wang), Erklärungen zur Praxis (tri) und die rituelle Lesung (lung).


Mahakala:
(skt.) ein Buddhaaspekt, der zornvolles Mitgefühl ausdrückt, Schützer von Buddhas Lehre.


Mahamudra:
(skt.) "Das große Siegel" oder "das große Symbol".
Man spricht auf drei Ebenen von Mahamudra: Basis, Weg und Frucht.
Die Basis ist das Verständnis von den drei angeborenen Grundeigenschaften des Geistes eines jeden Lebewesens: 1. der Geist ist "leer", d.h. er besitzt keine festen Wesensmerkmale, 2. er hat die Fähigkeit, klar zu erkennen und 3. er ist ungehindert, d.h. kann alles manifestieren. So hat Buddha gelehrt, dass die gesamte Erscheinungswelt (Gedanken und Gefühle wie auch die materielle Welt) ein Produkt bzw. eine Projektion unseres eigenen Geistes ist.

Mit diesem Grundverständnis folgen wir dem Mahamudra-Weg, um unsere erleuchtete Natur freizulegen und uns ihrer direkt bewusst zu werden. Dieser besteht aus einer Vielzahl verschiedener Methoden und Übungen.
Als Frucht bzw. Ergebnis dieser Praxis wird der Geist völlig frei von all den Begrenzungen, die wir ihm zur Zeit auferlegen und kann die Wirklichkeit direkt und ohne Verzerrungen erkennen. Er ruht dann völlig natürlich in sich selbst, was die ihm innewohnenden Qualitäten zur vollen Entfaltung bringt.
Diese Qualitäten sind von doppeltem Nutzen: einerseits kommen erleuchtete Wesen spontan den in Illusion und Leid gefangenen Lebewesen zu Hilfe und andererseits ist die Erleuchtung höchstes, unübertreffliches Glück für den Praktizierenden selbst.


Mahayana
(skt.) "Das Große Fahrzeug"
Im Mahayana wird das Entwickeln von universeller Liebe und Mitgefühl stark betont. Sowohl in der formellen Meditation als auch im täglichen Leben übt man, andere wichtiger zu nehmen als sich selbst. Dies ermöglicht eine tiefe Reinigung des eigenen Geistes, mit der das Aufscheinen der dem Geist innewohnenden Weisheit einhergeht. Das Ergebnis der vollständigen Reinigung des Geistes und Entfaltung seiner Weisheit ist Buddhaschaft.
Das Diamantfahrzeug oder Vajrayana ist Teil des Mahayana.


Mandala:
(skt.) Das Wort "Mandala" kann verschiedene Bedeutungen haben:
1. Symbolische Darstellung des Universums,
2. Ein gemaltes Bild, das eine Meditationsgottheit mit ihrem Umfeld symbolisch darstellt.
3. Hier benutzen wir den Begriff in einer dritten Bedeutung, namlich für das Gefüge von Personen, Aktivitäten und deren materiellen Ausdruck (z.B. Dharmazentren), das sich um verwirklichte Lamas herum bildet.


Milarepa:
(1052 - 1135)
Milarepa war ein tibetischer Yogi und Lama der Kagyü Überlieferungslinie, der auf seinem Weg große Härten erduldet hat. Bis zum Erreichen der Buddhaschaft praktizierte er in den Höhlen des Himalaya in Abgeschiedenheit. Er ist berühmt geworden für die Stärke seiner Entsagung sowie seine kompromisslose Entschlossenheit, den gesamten Weg zur Buddhaschaft in einem einzigen Leben zu gehen.


Paramita: (skt.) transzendente Tugenden
In der Regel wird von sechs Paramita gesprochen, manchmal aber auch von zehn.
Die sechs transzendenten Tugenden sind: Freigebigkeit, ethisches Verhalten, Geduld, freudige Anstrengung, Meditation und Weisheit. Wenn wir von zehn Paramita sprechen, kommen diejenigen, die den höchsten Stufen der Erleuchtung der Bodhisattvas (Bhumis) entsprechen, hinzu: volkommenes Handeln, Gelübde, Macht und ursprüngliches Gewahrsein.
Auf dem Weg zur befreienden Erkenntnis sind diese Tugenden zu üben, und zwar sowohl konkret im Umgang mit anderen Lebewesen als auch (und vor allem!) als geistige Übung im Umgang mit unseren eigenen Emotionen und Tendenzen.


Pudja:
(tib.) Ritual im tibetischen Buddhismus, oft in der Gruppe ausgeführt, mit Rezitationen in Form von Sprechgesängen. Die Rezitation hilft, die Energien von Körper und Geist auf die Meditation auszurichten. Man findet Pudjas auf alle Buddhaaspekte und auf viele der großen, vollendeten Meister.


Retreat:
Meditations-Zurückziehung, allein oder in einer Gruppe.
Ein Retreat kann einige Tage dauern oder man kann sich auch für längere Perioden zur Meditation zurückziehen. (Siehe auch Dreijahresretreat). Im Retreat folgt man einer festen Zeitstruktur: in der Regel werden täglich vier Sitzungen durchgeführt, die je nach den Fähigkeiten des Praktizierenden, 1 1/2 bis 3 Stunden dauern.
Ein Retreat sollte unter
Anleitung eines qualifizierten Dharmalehrers durchgeführt werden.


Reinkarnationslinie:

Eine Reinkarnationslinie entsteht, wenn derselbe Geistesstrom sich bewusst immer wieder verkörpert, um die Fortdauer der buddhistischen Lehren zu gewährleisten. Zu diesem Zweck gibt er die Unterweisungen an geeignete, hochqualifizierte Schüler weiter, um sie seinerseits in seiner nächsten Wiedergeburt von ihnen zu empfangen.


Rime:
Schulenübergreifende Bewegung im 19. Jahrhundert in Tibet, mit dem Ziel, die vielfältigen tantrischen Unterweisungen und Praktiken - welcher Übertragungslinie auch immer - zu sammeln, zu kommentieren, zu praktizieren und auf diese Weise in ihrem ganzen Reichtum zu bewahren. Der große Nyingma Meister Jamyang Khyentse Wangpo (1820 - 1892) und der Kagyü Lama Djamgön Kongtrul Lodrö Thaye (1813 - 1899) sind ihre bekanntesten Vertreter.


Sangha:
(skt.) Die Gemeinschaft der Dharmapraktizierenden.
Die Sangha ist das dritte der Drei Juwelen, in die Buddhisten Zuflucht nehmen. Es gibt 1. die Sangha der Erleuchteten, d.h. der Bodhisattvas, 2. die Sangha derjenigen, die Individuelle Befreiung erreicht haben, 3. die monastische Sangha der Ordinierten und 4. die Sangha im Sinne von fortgeschrittenen Praktizierenden, die anderen als Lehrer dienen können.


Schedra: (tib.) buddhistisches Studieninstitut


Schine:
(tib.) schi-Ruhe, ne-verweilen: Verweilen in geistiger Ruhe


Stupa:
(skt.; tib.:tschörten) Bauwerk, das den erleuchteten Geist symbolisiert und das Praktizierenden als Gegenstand ihrer Verehrung und Hingabe dient.


Tara:
(skt.) weiblicher Buddhaaspekt mit zwei Hauptaspekten: die Weiße Tara begünstigt Langlebigkeit und die Grüne Tara gewährt Schutz und sorgt für schnelle mitfühlende Hilfe.


Tonglen:
(tib.) Praxis des Austausches von sich und anderen.
Tonglen ist eine Meditationspraxis, in der wir anderen in der Vorstellung unterschiedslos all unser Glück geben und ihr Leid annehmen. Diese Übung hilft uns, Offenheit anderen gegenüber zu kultivieren und Liebe und Mitgefühl im Alltag zu üben. Beides erleichtert nicht nur unser tägliches Leben, sondern fördert vor allem auch die Qualität und Tiefe unserer Meditationspraxis. So sammeln wir spirituelles Verdienst und Weisheit an, die Grundlagen für das Erreichen der befreienden Erkenntnis der Buddhaschaft.


Tri: (tib.) Erklärungen zu den verschiedenen Praktiken des Vajrayana.
Um die Praktiken des Vajrayana auszuüben zu können, muss man drei Dinge erhalten: eine Ermächtigung für die betreffende Praxis (tib.: wang), Erklärungen zur Praxis (tri) und die rituelle Lesung (lung).


Tschenresi:
(tib.) Avalokiteshvara (skt.), Buddhaaspekt, der die Liebe und das Mitgefühl aller Buddhas verkörpert.


Tsogpudja:
gesungenes Meditationsritual (Pudja) mit einem feierlichen Nahrungsopfer.


Vajrayana:
(skt.) "Diamantfahrzeug", auch Tantrayana oder Mantrayana genannt.
Das Vajrayana basiert auf der Reinen Sichtweise von sich selbst und anderen, einer Geisteshaltung von Offenheit für alles was uns begegnet und der Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen. Es gehört zum Mahayana, zum "Großen Fahrzeug", das die Befreiung ausnahmslos aller Lebewesen anstrebt und basiert auf der Entsagungshaltung des Hinayana, des Fahrzeugs der Individuellen Befreiung.
Durch Segensübertragung bei Ermächtigungen (tib.: wang), durch Visualisationen, Gebete, Mantras, sowie durch körperliche Übungen legt der Praktizierende seine innewohnende Buddhanatur frei, bis er schließlich die Natur des Geistes, Mahamudra, verwirklicht.
Um die vielfältigen Methoden des Vajrayana fehlerfrei anzuwenden, ist die Anleitung durch einen spirituellen Lehrer unerlässlich.


Zuflucht:
Eintrittszeremonie in den buddhistischen Weg.
Buddhisten nehmen Zuflucht zum Buddha, dem Zustand höchster Erleuchtung, zum Dharma, der von ihm verkündeten zur Befreiung führenden Lehre und zur Sangha, den Lehrern auf dem Weg.
Über die Eintrittszeremonie hinaus stellt Zufluchtnehmen die Grundhaltung aller Buddhisten dar. Das Eingeständnis der eigenen Unwissenheit und die daraus resultierende Offenheit sind die Grundlagen für das Erreichen der Erleuchtung und wird bis zur Buddhaschaft geübt.