Die Zentren in Frankreich




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Dhagpo Kagyü Ling



1975 wählte der 16. Gyalwa Karmapa ein Stück Land in Frankreich in der Dordogne als den Ort, an dem sein europäischer Hauptsitz - Dhagpo Kagyü Ling - entstehen sollte und bat Gendün Rinpotsche, dort zu leben, den Dharma zu lehren und ein Zentrum aufzubauen. Dhagpo Kagyü Ling "der Ort, an dem die Kagyü Lehren der Übertragungslinie Gampopas weitergegeben werden", war der Ausgangspunkt für die Verbreitung der kostbaren Lehren der Karma Kagyü Linie, auch weit über die französische Grenze hinaus.
Dhagpo Kagyü Ling, gut 100 km östlich von Bordeaux gelegen, bietet das ganze Jahr über ein vielseitiges Kursprogramm an. Gäste können im Zentrum in Einzel- oder Doppelzimmern oder Schlafsälen wohnen (bitte vorher anmelden). Jedes Wochenende finden Dharmabelehrungen, Praxiskurse, Erklärungen zur buddhistischen Philosophie, Tibetischkurse u.ä. statt. In den Schulferien werden auch längere Kurse angeboten.

Bei allen größeren Veranstaltungen sind deutsche bzw. englische Übersetzungen vorgesehen:

  • Bei den Belehrungen von Jigme Rinpotsche im Frühjahr, Sommer und zu Weihnachten
  • Bei den Besuchen hoher Lamas der Kagyü-Tradition
  • Bei der "Sommeruniversität", die jedes Jahr Ende Juli/ Anfang August stattfindet
  • Bei den "Semdrel"-Kursen zur buddhistischen Sterbe- und Trauerbegleitung
 

Die "Sommeruniversität - Buddhistische Schätze des Wissens" bietet unter der Leitung von Khenpo Tschödrag Rinpotsche, dem Leiter des Karmapa International Buddhist Institute (KIBI) in Neu Delhi, Unterweisungen zu philosophischen Texten der Kagyü Tradition an, deren Studium der 16. Gyalwa Karmapa seinerzeit besonders empfohlen hatte. Die Belehrungen der Sommeruniversität sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Es ist nicht erforderlich, den gesamten Kurs zu belegen - eine Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen ist ebenfalls möglich. Neben den Studienkursen finden gemeinsame Meditationssitzungen statt und es besteht auch Gelegenheit, Tibetisch zu lernen.

Seit mehreren Jahren leiten Lama Puntso und Lama Shedrup, zwei westliche Lamas, zusammen mit Anila Trinle, die viele Jahre in diesem Bereich praktisch tätig war, freiwillige Helfer in der Hospizarbeit an. Im Rahmen des Vereins "Semdrel" beschäftigen sie sich damit, Ansätze zu einer Begleitung Sterbender, Trauernder und anderer Personen in Schwierigkeiten zu entwickeln, die mit buddhistischen Werten und Grundsätzen im Einklang sind. Dabei hat sich ein lebendiger Austausch mit Vertretern westlicher Wissenschaften wie der Psychologie, Soziologie und Medizin entwickelt.

Die Aktivität der "Schule der Bodhisattvas" umfasst Treffen, Kurse und Retreats, bei denen eine buddhistische Reflexion zu Fragen der Begleitung, Erziehung und Führung junger Menschen stattfindet. Die Leiter, Lama Puntso und Lama Dordje Puntso, beziehen neben traditionellen buddhistischen Unterweisungen und Meditationen auch Methoden wie Diskussion, Gruppenarbeit und Rollenspiel in die Kurse mit ein. Diese Veranstaltungen sind offen für Eltern, Lehrer und andere professionelle Erzieher sowie teilweise auch für Schüler.

Ausführliche Informationen zu Dhagpo Kagyü Ling und seinem Programm finden Sie in Französisch und Englisch unter www.dhagpo-kagyu-ling.org


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Dhagpo Kündröl Ling


In Dhagpo Kündröl Ling verwirklichte Gendün Rinpotsche Karmapas Wunsch nach einem Dreijahresretreatzentrum, in dem die Essenz der Kagyü-Übertragung weitergegeben und praktiziert wird. Die Retreatzentren sind das Herz des Ortes; aus ihnen ergab sich der Aufbau der Retreatklöster Anfang der 90er Jahre auf natürliche Weise. Vom Kloster aus werden regelmäßig Belehrungen und Praxiskurse sowie eine individuelle Begleitung Praktizierender auf ihrem spirituellen Weg angeboten.

Webseite: www.dhagpo-kundreul.org


Belehrungen, Kurse und Gruppenretreats

Im Tempel des Klosters von Dhagpo Kündröl Ling finden das ganze Jahr über öffentliche Belehrungen statt. Sonntag Nachmittags gibt es Unterweisungen und am ersten Samstag im Monat einen Meditationstag mit Fragen und Antworten zur Praxis sowie stiller Meditation. In der Ferienzeit werden auch längere Dharmakurse angeboten. Diese Kurse umfassen in der Regel ein ganztägiges Programm, wobei Belehrungen mit Meditationssitzungen und Fragestunden abwechseln. Daneben gibt es Gruppenretreats, in denen der Schwerpunkt auf der Praxis liegt. Alle Unterweisungen werden ins Englische und bei Bedarf auch ins Deutsche übersetzt.
All diese Angebote bieten Gelegenheit, sich mit Buddhas Lehre vertraut zu machen und das für die Meditation notwendige Grundverständnis zu erwerben. Für diejenigen, die in der Meditation noch nicht so geübt sind, kann das gemeinsame Praktizieren eine große Hilfe darstellen. Auch der Austausch mit den anderen Kursteilnehmern wird oft als inspirierend empfunden.

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Kurze Einzelretreats

In Dhagpo Kündröl Ling besteht die Möglichkeit, kurze Zurückziehungen durchzuführen. Damit genug Raum ist, um die Geschäftigkeit des täglichen Lebens loszulassen, sollten solche Kurzzeitretreats mindestens eine Woche dauern.

Was ist der Sinn von Meditations-Retreats?

Zurückziehungen bieten die Möglichkeit, intensiv zu praktizieren. Im Gegensatz zum Alltag, wo für die Praxis oft nur wenig Zeit bleibt, haben wir im Retreat nichts anderes zu tun als uns dem Üben der Meditation zu widmen. So können wir etwas Abstand zu unserem Leben gewinnen und uns selbst besser kennen lernen.

 
In der Geschwindigkeit und Hektik, mit der sich Alltagssituationen in der Regel abspielen, wird uns oft nicht klar, was unsere Handlungen wirklich motiviert. Im Retreat verlangsamen sich diese reflexhaften Reaktionsmuster, so dass wir uns unserer Mechanismen und Verwicklungen besser bewusst werden können. Die Abwesenheit von Ablenkung im Retreat begünstigt das Entstehen geistiger Ruhe, wodurch sich uns der Nutzen und Segen der Praxis leichter eröffnet.


Zum praktischen Ablauf

Jemand, der ein Einzelretreat in Dhagpo Kündröl Ling durchführen möchte, sollte schon in den buddhistischen Weg eingetreten sein, d.h. Zuflucht genommen haben, bereits ein gewisses Dharmaverständnis besitzen und auch schon an intensiver Gruppenpraxis teilgenommen haben.

In Dhagpo Kündröl Ling wird jeder Retreatgast von einem Lama in seiner Praxis angeleitet. Kontakte zu Lamas können z.B. in Kündröl Püntsok Ling oder bei Dharmabelehrungen in den Stadtzentren entstehen.

Der individuellen Situation entsprechend wird das Retreatprogramm zusammen mit dem Lehrer besprochen. Der Tagesablauf besteht im Allgemeinen aus vier Sitzungen von je 1 1/2 Stunden. Jeder Retreatgast hat ein eigenes Zimmer, in dem er seine Meditationssitzungen durchführt. Es besteht die Möglichkeit, an der täglichen Mahakalapudja und an der abendlichen Tschenresi Praxis teilzunehmen.

Im Kurzzeit-Retreatzentrum in Le Bost stehen 20 Einzelzimmer für Männer und Frauen zur Verfügung, worunter sich auch ein Zimmer für Körperbehinderte befindet. Im Kloster in Laussedat gibt es mehrere Retreatzimmer für Frauen. Die Mahlzeiten werden mit den anderen Gästen zusammen eingenommen und jeder beteiligt sich ein wenig an der Hausarbeit.

Kontaktadressen:
Kurzzeit-Retreatzentrum Pende Ling
Le Bost, F-63640 Biollet
Tel.: (+33) 04 73 52 24 60
Fax: (+33) 04 73 52 24 53
E-mail : ermitage@dhagpo-kagyu.org
  Retreat im Frauenkloster
Laussedat, F-63640 Saint Priest des Champs
Tel: (+33) 0473-52 20 92
Fax:(+33) 0473-52 21 93
E-mail : laussedat@dhagpo-kagyu.org

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Dharma-Praktika


  Eine andere Art von Dharmapraxis besteht darin, einige Zeit in Dhagpo Kündröl Ling zu verbringen und in einem der Arbeitsbereiche bzw. einem der verschiedenen Projekte (wie Tempel, Garten, Küche, Bauarbeiten) mitzuhelfen.
Obwohl es vorteilhaft ist, Französisch zu sprechen, kann man sich mit Englisch jederzeit verständigen, und es sind auch einige deutsche Dharma-Praktikanten sowie Lamas und Drublas am Ort. Die Dauer für einen Erstaufenthalt beträgt eine Woche.
Die Tage sind durch gemeinsame Arbeit und Praxis strukturiert. Tagsüber liegt der Schwerpunkt auf der Aktivität in den verschiedenen Projekten. Morgens ist Zeit für persönliche Praxis und abends kann man an der Mahakala- und der Tschenresi Praxis teilnehmen, allein praktizieren oder studieren.

Die Sonntagsbelehrungen und Meditationstage sind für alle offen, so dass Gelegenheit besteht, Dharmakenntnisse zu erwerben und schrittweise eine stabile Praxis zu entwickeln. Auf Wunsch sind Gespräche mit und eine Betreuung durch einen der Dharmalehrer möglich.
Das Leben in der Gemeinschaft und der Kontakt mit den anderen Praktikanten sind ein guter Spiegel, um sich selbst besser kennen zu lernen und gleichzeitig ein Übungsfeld, um die Dharmabelehrungen direkt im täglichen Leben anzuwenden.

Wem diese Art des Lebens zusagt, der kann sich auch für einen längeren Zeitraum an Leben, Praxis und Aktivität von Dhagpo Kündröl Ling beteiligen, wobei die Dauer auf drei Jahre begrenzt ist.

Für alle, die sich für längere Zeit engagieren, werden zweimal jährlich Gruppenretreats angeboten. Leben, Arbeit und Praxis in Dhagpo Kündröl Ling stellen für viele, die an dem traditionellen Dreijahresretreat teilnehmen möchten, einen wesentlichen Teil ihrer Retreatvorbereitungen dar.

Die Dharma-Praktikanten sind in Le Bost oder Laussedat im Schlafsaal oder in Zwei- bzw. Dreibettzimmern untergebracht. Jeder wird um einen finanziellen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten gebeten.

 


Kontaktadresse

Le Bost, F-63640 Biollet,
Tel. : (+33) 0473- 52 24 34, Fax : (+33) 0473- 52 24 36
E-mail : ktl@dhagpo-kagyu.org

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Die Dreijahresretreats


Geschichte der Retreats

Das erste von Gendün Rinpotsche geleitete Dreijahresretreat begann 1984 in Le Bost. Die Zahl der Interessenten nahm rasch zu, neue Retreatzentren wurden gebaut und 1991 zogen die Frauen in das drei Kilometer entfernt liegende Laussedat. Seit Juli 2001 läuft in Dhagpo Kündröl Ling bereits der sechste Retreatzyklus mit etwa 100 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Außerdem gibt es einige Praktizierende, die sich nach dem Dreijahresretreat für weitere 12 Jahre oder länger in Zurückziehung begeben haben.
Von 1986 bis 1990 leitete Gendün Rinpotsche auch in Deutschland (Halscheid), im Bergischen Land, ein Dreijahresretreat. Die Gruppe, die sich für den zweiten Retreatzyklus zusammengefunden hatte, blieb jedoch nicht in Deutschland, sondern zog nach Frankreich, um Rinpotsche die anstrengenden Reisen zu ersparen.
Sechs von Gendün Rinpotsche benannte Lamas betreuen heute die Dreijahresretreats, und seit seinem Tod 1997 unterstehen die Retreatzentren direkt der spirituellen Leitung des 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dordje und des 14. Künsig Shamar Rinpotsche.

Was ist ein Dreijahresretreat?

Die Übertragung der tiefgründigen Lehren und Praktiken, die es ermöglichen, die Natur des Geistes zu erkennen und schließlich Buddhaschaft zu erreichen, ist am besten im Rahmen intensiver Meditationspraxis möglich. Ein dreijähriges Retreat bietet die Möglichkeit, intensiv und ohne Unterbrechung zu praktizieren, um so zu einem tiefen Verständnis des Dharma zu gelangen. Den Kern der Übertragung bilden dabei die Mahamudra-Lehre und die Sechs Yogas von Naropa.

Wer die Unterweisungen mit Vertrauen und aufrichtiger Motivation während eines oder zweier Retreats anwendet, kann allmählich Qualitäten entfalten, die ihn befähigen, die Lehre unverfälscht weiterzugeben.

Die richtige Motivation

Die wichtigste Voraussetzung für die Teilnahme an einem Dreijahresretreat ist Bodhicitta. Das ist der aufrichtige Wunsch, intensiv den Dharma zu praktizieren, um Erleuchtung zu erreichen, die Befreiung vom Kreislauf der unfreiwilligen Wiedergeburten, und damit fähig zu werden, auch anderen auf ihrem Weg zum letztendlichen, unwandelbaren Glück zu helfen.

Vorbereitung

Eine mehrjährige, gründliche Vorbereitung auf ein Dreijahresretreat ist unerlässlich und beinhaltet in der Karma Kagyü Tradition das Arbeiten, Studieren und Praktizieren in der Gemeinschaft. Dabei können die für ein langes Retreat notwendigen Qualitäten erworben werden: ein grundlegendes Dharmaverständnis, Vertrauen in die Drei Juwelen, Freude an der Praxis, einige Tibetischkenntnisse, die Fähigkeit zum harmonischen und selbstverantwortlichen Zusammenleben in der Gruppe, Belastbarkeit und Durchhaltevermögen sowie aufrichtiges Mitgefühl.  

Für den ungehinderten Ablauf einer Zurückziehung sollte man seine persönliche Situation soweit es geht in Ordnung gebracht haben (Familie, Geldangelegenheiten, Gesundheit und eventuell bestehende rechtliche Probleme), so dass man frei ist von äußeren Verpflichtungen. Die Unterhaltskosten für das Retreat (Nahrung, Wohnen, Opferungen für die Praxis usw.) muss jeder selbst aufbringen, sei es aus Ersparnissen oder mit Hilfe persönlicher Sponsoren.

Das Leben im Retreat

An den Dreijahresretreats in Dhagpo Kündröl Ling nehmen Menschen vieler verschiedener Nationalitäten teil. Dabei bilden die Franzosen (aus naheliegenden Gründen) die größte Gruppe. Es gibt aber immer eine internationale englischsprachige Gruppe, in der sich Teilnehmer aus den deutschsprachigen Ländern befinden.
Ein Tag im Retreat besteht aus vier Meditationssitzungen von jeweils drei Stunden, die jeder im eigenen Zimmer durchführt. Alle Teilnehmer folgen dabei demselben Programm. Abends kommt die Gruppe für die einstündige Praxis des Dharmaschützers Mahakala zusammen und an bestimmten Tagen des tibetischen Kalenders finden außerdem Gruppenmeditationen auf verschiedene Buddha-Aspekte statt.

  Die Retreatgruppen sind nach Geschlechtern getrennt. Jede Gruppe umfasst 10 bis 15 Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen, und jede Person hat ein eigenes Zimmer. Die Gruppe verfügt über einen Meditationsraum, eine Yogahalle, eine Küche mit Essraum und einen Garten zur Entspannung. Die Retreatteilnehmer essen gemeinsam und teilen die täglich anfallenden Arbeiten untereinander auf. Ein oder zwei Gruppenmitglieder sind für das Kochen und kleinere Einkäufe zuständig. Zwei zusätzliche Personen kümmern sich um die gemeinsamen Großeinkäufe und die Buchhaltung aller Retreatzentren .


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Das Retreatkloster

Als der 16. Gyalwa Karmapa Gendün Rinpotsche nach Europa schickte, bat er ihn unter anderem, eine Klostergemeinschaft aufzubauen. 1991 kehrte die erste Gruppe nach Beendigung von zwei Dreijahresretreats wieder in die Aktivität zurück, und der Aufbau des Klosters konnte beginnen.

Dank der Großzügigkeit eines Spenders konnte die Gemeinschaft 1992 ein an die Dreijahres-Retreatzentren in Le Bost angrenzendes Stück Land erwerben, und es wurde sofort mit dem Bau des Männerklosters begonnen. 1994 war das 49 Zimmer umfassende Gebäude bezugsfertig. Der Bau des Frauenklosters in Laussedat mit seinen 45 Zimmern begann 1993 und wurde 1997 fertiggestellt.

 

Das Kloster wird hauptsächlich von Mönchen und Nonnen bewohnt, die das Dreijahresretreat durchgeführt haben. Die Klostergemeinschaft besteht aus Menschen vieler Nationalitäten: Neben den Franzosen, die natürlich die größte Gruppe darstellen, leben dort Deutsche, —sterreicher, Schweizer, Engländer, Amerikaner und andere. Es wird Französisch, Englisch und Deutsch gesprochen.

Die Aufgabe des Retreatklosters

Gendün Rinpotsche begleitete seine Schüler und Schülerinnen beim Aufbau des Klosters. Er legte ihnen nahe, es als "Retreat- oder Praxiskloster" zu führen, so dass seine Bewohner die im Dreijahresretreat begonnene intensive Meditationspraxis aufrechterhalten und weiterführen können. Das ist nicht nur für die spirituelle Entwicklung der einzelnen Drublas und Lamas erforderlich, sondern auch Voraussetzung, um die Kagyü-Überlieferung für zukünftige Generationen von Praktizierenden unverfälscht lebendig zu erhalten. Die Bewahrung und Weitergabe des Dharma stellt die wichtigste Aufgabe der Gemeinschaft dar.

Die Leitung des Klosters

 

Gendün Rinpotsche baute die Klostergemeinschaft auf und betreute sie bis zu seinem Tod 1997. Seitdem liegt die spirituelle Leitung des Klosters beim 17. Gyalwa Karmapa und dem 14. Künsig Shamar Rinpotsche. Jedoch organisiert sich die Gemeinschaft auf allen Ebenen weitgehend selbst. Jigme Rinpotsche, der spirituelle Leiter von Dhagpo Kagyü Ling, wird in wichtigen Fragen um Rat und Unterstützung gebeten.

Gendün Rinpotsche benannte 1994 aus dem Kreis seiner Lamas Verantwortliche für die wichtigsten Bereiche der Gemeinschaft. Die Leitung der beiden Retreatklöster übertrug er Lama Tsony als Gesamtkoordinator, sowie den beiden Nonnen Lama Kemtcho und Lama Djangchub für das Frauenkloster. Er übergab den Lamas Rinchen, Chönyi und Samdrub die Verantwortung für die Retreatzentren der Frauen und den Lamas Yeshe, Tenzin und Lhündrub die Verantwortung für die der Männer.

Gendün Rinpotsches Vision

Das Leben in den Retreatklöstern in Le Bost und in Laussedat gestaltet sich im Geist Gendün Rinpotsches. Seine wichtigsten Anliegen waren, dass die Kraft der Gemeinschaft geeint bleibe, wichtige Entscheidungen von der gesamten Gruppe getragen würden und alle Mitglieder der Gemeinschaft die Werte des Dharma im täglichen Leben respektieren.

Wichtige Entscheidungen innerhalb der Gemeinschaft werden bei den monatlichen Versammlungen aller Klosterbewohner diskutiert. Themen, die nur die Frauen- oder die Männer-Klostergemeinschaft betreffen, werden in getrennten Versammlungen besprochen. Über Fragen, die alle Zentren des Dhagpo Kagyü Mandala angehen, wird im zweimal jährlich stattfindenden "Rat der Lamas" diskutiert und entschieden.  


Die Organisation der Retreatklöster

Es war Gendün Rinpotsches Wunsch, dass jedes Mitglied der Gemeinschaft seine Zeit und Energie in einem ausgewogenen Verhältnis auf die Meditationspraxis, die Arbeit für das Mandala und ggf. auf Lehrtätigkeit aufteilt.
Jeder Drubla oder Lama ist für bestimmte Arbeitsbereiche zuständig. Neben der Leitung der Retreatzentren sind da die spirituelle Betreuung der Dharma-Praktikanten und Kurzzeit-Retreatgäste, das Übersetzen von Dharmatexten, die Dharma-Kunstschule, der Gedenkgarten für Verstorbene sowie alle Tätigkeiten, die im Alltag einer Gemeinschaft anfallen.

Dem Wunsch Gendün Rinpotsches folgend engagiert sich die Gemeinschaft nicht in kommerziellen Aktivitäten, sondern widmet sich ganz ihrem spirituellen Auftrag: der Bewahrung und Weitergabe des Dharma. Die Bauvorhaben werden durch punktuelle größere und kleinere Spenden von Förderern ermöglicht. Die Dharma-Angebote der Gemeinschaft werden durch die freiwilligen Beiträge der Teilnehmer getragen.

So erhält die Gemeinschaft Spenden von Personen, die zu Unterweisungen und Retreats kommen oder die sich einfach mit der Gemeinschaft verbunden fühlen und ihre Arbeit unterstützen möchten. Alle Klosterbewohner tragen zum Lebensunterhalt bei, wobei viele von persönlichen Förderern unterstützt werden.  

Gendün Rinpotsche erklärte immer wieder, dass Menschen, die zum Erhalt und zur Verbreitung des Dharma beitragen, großen Anteil an der daraus entstehenden positiven Kraft haben. Ob sie Praktizierende im Retreat unterstützen oder finanzielle Hilfe für die Arbeit der Klostergemeinschaft als Ganzes geben - die dadurch angesammelte positive Kraft fördert die spirituelle Entwicklung des Spenders selbst.

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Der Gedenkgarten

Der Tod ist ein wesentlicher Teil der Existenz und seine Unvermeidbarkeit einer der wichtigsten Gründe für die Dharmapraxis. Damit buddhistische Unterstützung auch in dieser Übergangsphase stattfinden kann, ließ Gendün Rinpotsche die "Tsakangs" errichten, stupaähnliche Gebäude, in denen die Asche Verstorbener aufbewahrt wird. Die Einrichtung einer Verbrennungsstätte für Verstorbene war aufgrund rechtlicher Bestimmungen nicht möglich.

Der Gedenkgarten liegt direkt neben dem Kloster und den Retreatzentren in Le Bost. Die Tsakangs sind mit dem Segen von Amitabha, dem Buddha des Grenzenlosen Lichtes, geweiht. Amitabhas Kraft ist besonders hilfreich für Verstorbene, denn er hat starke Wünsche gemacht, dass jeder, der wirklich den Daseinskreislauf verlassen möchte, die Möglichkeit haben solle, nach dem Tod in Dewatschen, dem Reinen Land der Freude, wiedergeboren zu werden. Amitabhas Segen gibt dem Geist des Verstorbenen Schutz und stellt für ihn eine Verbindung zur letztendlichen Befreiung der Erleuchtung her.

In den Dreijahres-Retreatzentren und den Klöstern wird jeden Tag für die Verstorbenen gebetet und einmal monatlich findet eine besondere Zeremonie statt, die dem Geist des Verstorbenen hilft, sich von seinen karmischen Verstrickungen zu lösen.

 

Das Gelände um die Tsakangs herum ist öffentlich zugänglich, so dass man den Gedenkgarten jederzeit besuchen kann. Im nahegelegenen Tempel kann man den Drei Juwelen Opferungen im Namen von Verstorbenen darbringen.

Der Gedenkgarten des Klosters ist für alle offen, die den Wunsch haben, ihre sterblichen Überreste an diesem Ort zu wissen, ob sie Buddhisten sind oder nicht.

Die Überführung von Totenasche nach Frankreich ist von Deutschland aus in der Regel kein Problem. In den verschiedenen deutschsprachigen Ländern ist die Gesetzgebung jedoch etwas unterschiedlich.

Für nähere Informationen setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Kündröl Püntsok Ling
Holzhamer Straße 5, Jägerndorf,
D-94424 Arnstorf,
Tel: (+49) 087 23 - 23 96,
Fax: (+49) 087 23 - 37 68
E-mail: kpl@dhagpo-kagyu-mandala.org
  Frauenkloster Laussedat
F-63640 Saint Priest des Champs
Tel: (+33) 0473-52 20 92
Fax:(+33) 0473-52 21 93
E-mail : tsakang@dhagpo-kagyu.org

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Dhagpo Dargye Ling

In Arbeit

oder: http://www.dhagpo-dargye.org


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Karma Gepel Ling - Croizet

Karma Gepel Ling (tib: der Ort, an dem die heilsame Kraft vermehrt wird) liegt etwa vier Kilometer von Le Bost entfernt. Die Initiative zu seiner Gründung ging von fünf Schülern Gendün Rinpotsches aus, darunter zwei Paare aus Darmstadt. Nach kurzer Suche fanden sie in dem Dorf "Croizet" einen ehemaligen Bauernhof umgeben von 2 ha Land, den sie im September 1997 erwarben. Durch die stetige Unterstützung von Freunden und anderen Praktizierenden hat der Ausbau des Zentrums große Fortschritte gemacht, so dass heute Kurse mit bis zu 200 Teilnehmern veranstaltet werden können. Träger des Zentrums ist der Verein "Les Amis de Croizet" (Die Freunde von Croizet) mit ca. 80 Mitgliedern. Die spirituelle Verantwortung liegt bei Jigme Rinpotsche sowie den Lamas und Druplas von Dhagpo Kündröl Ling. Die Wünsche, die dem Projekt zugrunde liegen sind:

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Einen leichten Zugang zum Dharma für Familien, Paare und Einzelne zu ermöglichen
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Eine beständige Dharmapraxis in der Laiengemeinschaft zu entwickeln

Der Aufbau eines solchen Laienzentrums war ein Anliegen von Gendün Rinpotsche. Als gesunde Basis für das Leben des Zentrums riet er zum Befolgen bestimmter ethischer Leitsätze:

  • Das Leben aller Wesen achten
  • Das Eigentum anderer respektieren
  • Aufrichtigkeit üben sowie Lügen und Verleumdungen vermeiden
  • Bestehende Paarbeziehungen achten
  • Drogen und Alkohol meiden


DIE AKTIVITÄTEN VON GEPEL LING

Gepel Ling organisiert Veranstaltungen, die von Dharmalehrern geleitet werden: Unterweisungen, Kurse, Begegnungen, gemeinsame Praxis sowie Meditationsretreats.

  • Mehrmals im Monat geben die Lamas und Druplas des Dhagpo Kagyü Mandala Unterweisungen zu den Grundgedanken des Dharma und Anleitung zur Praxis.
  • Drei- bis viermal jährlich finden längere Dharmakurse statt (mehrere Tage bis zu zwei Wochen im Sommer, Herbst und Winter). Sie legen besonderen Wert auf die alltägliche Anwendung des Dharma in Familie, Beziehung und Beruf. Belehrungen, Meditation und freie Zeit für den Partner oder die Familie wechseln sich dabei ab
  • Bei den sonntäglichen Begegnungen und den Tagen der Geselligkeit treffen sich Laienpraktizierende, Druplas und Lamas zum gegenseitigen Austausch.
  • Zu regelmäßigen Terminen besteht Gelegenheit zu gemeinsamer Praxis.
  • In den ersten drei Monaten des Jahres führen einige der in der Umgebung lebenden Laien ein von den Dharmalehrern des Mandala betreutes Retreat durch.
  • Meditation & Aktionswochen finden ebenfalls statt. Die Wochen haben Retreatcharakter, denn während dieser Zeit arbeitet und meditiert die Gruppe den ganzen Tag zusammen, wobei die Teilnehmer dann bei Praktizierenden in der Umgebung übernachten. Der praktische Nutzen dieser Wochen liegt darin, dass der Ausbau des Zentrums vorangetrieben wird. Am späten Nachmittag und zum Teil auch tagsüber gibt es Fragestunden und Dharmapraxis mit Lehrern aus Dhagpo Kündröl Ling.

Da das Zentrum keine Gästezimmer hat, müssen sich die Kursbesucher (außer für die Meditation & Aktionswochen) selbst um eine Übernachtungsmöglichkeit bemühen und auch für ihre Verpflegung sorgen.

Croizet, F-63390 Espinasse
Tel./Fax : (+33) 0473- 85 84 00,
Email: croizet@dhagpo-kagyu.org

 

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