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Jigme Rinpotches Ratschläge an die Dharmagruppen beim Osterkurs 2004

Eine Zusammenfassung






Ein Dharmazentrum zu eröffnen ist eine Einladung an die Weisheit der Buddhas. Man selbst bekommt dabei die Möglichkeit, Dharmabelehrungen zu hören und auf dieser Grundlage seinem Leben eine heilsame Ausrichtung zu geben. Damit nützt man sowohl anderen als auch sich selbst.

Rinpoche hat beobachtet, dass sich in Dharmagruppen häufig Menschen treffen, die in ihrem Leben schon Leid erlebt haben. Menschen, denen es relativ gut geht und die ihr Leben im Griff zu haben glauben, meinen oft keinen Bedarf für den Dharma zu haben. Doch kann Leid auf verschiedenen Ebenen erlebt werden: auf der ganz persönlichen Ebene, aber auch in der Umgebung.

Buddha hat gelehrt, wie man Leid überwinden kann. So können wir seine Belehrungen auf der relativen Ebene anwenden, um im täglichen Leben Leid zu lindern oder aufzulösen. Darüber hinaus zeigt die buddhistische Lehre natürlich auch den Weg, um vollkommene Befreiung - Buddhaschaft - zu verwirklichen.

Menschen, die für den Dharma offen sind, suchen im Allgemeinen einen Weg, um ihrem Leben eine heilsame Richtung zu geben. Auf dem Dharmaweg lernen wir, nicht nur harmonischer mit uns selbst, sondern auch mit unserem sozialen Umfeld umzugehen.

Das Gründen von Dharmagruppen und das gemeinsame Praktizieren hat kurzfristig wie langfristig viele heilsame Effekte. Wir verbinden uns mit der erleuchteten Aktivität des Gyalwa Karmapa, und diese zu unterstützen ermöglicht es Vielen, den Dharmaweg zu gehen - was für alle sehr segensreich ist.

Wenn wir in einem Dharmazentrum aktiv sind, ist es wichtig, in Übereinstimmung mit dem Dharma zu handeln. Da unsere geistigen Prägungen und Gewohnheiten samsarisch sind, erleben wir auch dort Ärger, Eifersucht, Neid, Ehrgeiz usw. Diese Situationen können wir nutzen um zu lernen, unsere Emotionen und ihre Ursachen immer genauer wahrzunehmen und sie im Licht der Belehrungen besser zu verstehen. Das ermöglicht uns im Lauf der Zeit, unser Verhalten im Sinne des Dharma zu verändern.

Unser Bestreben sollte sein, Harmonie zu entwickeln und mit anderen auszukommen. Es geht nicht darum, unser Eigeninteresse zu verfolgen, sondern für viele Menschen von Nutzen zu sein. Dabei ist es nötig, dass wir unsere neue geistige Ausrichtung – die Zuflucht – kultivieren und vertiefen, denn auch in einer Dharmagruppe stoßen wir natürlich auf unsere Leid verursachenden Tendenzen. Wir müssen uns selbst gegenüber wachsam sein um zu vermeiden, dass wir unsere normalen Tendenzen und Gewohnheiten fortsetzen. Da müssen wir umlernen.
Selbst wenn wir nette Menschen sind, können wir in bestimmten Situationen feststellen, dass wir eine Menge nicht heilsamer Gewohnheiten haben. Wenn z.B. Ameisen in der Küche auftauchen, dann ist man nur zu schnell bereit, sie mit Gift zu beseitigen und glaubt auch noch, das sei richtig. Um lästige Insekten loszuwerden kann man andere Wege finden, die berücksichtigen, dass auch Ameisen fühlende Wesen sind.

Durch die Beschäftigung mit den Belehrungen ändert sich unsere Geisteshaltung. Wir entwickeln ein Verständnis dafür, was heilsame und was nicht heilsame Handlungen sind und schaffen so die Grundlage dafür, den Erleuchtungsweg wirklich gehen zu können. Wir bemühen uns, keine Ursachen mehr zu setzen, die das Verwirklichen der Erleuchtung weiter und weiter verzögern. Wenn wir uns auf diese Weise in den Dharma einstimmen, werden wir erfahren können, wie kostbar Buddhas Lehre wirklich ist.

Jemand stellt die Frage, wie man mit neuen Besuchern der Dharmagruppe umgehen soll. Rinpoche antwortet, dass neue Interessierte zunächst vor allem Dharmaerklärungen brauchen. Was die Praxis angeht, können sie stille Meditation, Schine, üben. So können sie sich in ihrem eigenen Rhythmus in die Gruppe einfinden. Wenn sie es möchten, können sie auch an der Tschenresi Praxis teilnehmen. Zuflucht und Widmung sollten generell jede Praxis, so auch die Schine Meditation einrahmen.

Auf die Frage, wie man mit schwierigen Personen umgehen soll, antwortet Rinpoche, dass man die Zielrichtung des Dharma auch dabei immer klar im Geist behalten sollte. Es ist wichtig, eine harmonische und liebevolle Haltung zu pflegen – sowohl individuell wie auch als Gruppe. Dem anderen durch Zuhören Raum zu geben, kann eine große Hilfe sein. Man neigt dazu, seine eigene Meinung für zu wichtig zu halten und sie anderen aufzwingen zu wollen, wodurch die Fähigkeit verloren geht, dem anderen wirklich zuzuhören und ihn zu verstehen.

Die geistige Ausrichtung auf den Dharma und das Anwenden seiner Mittel sind das Wichtigste, wenn man in einem Dharmazentrum tätig ist.




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