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Osterkurs 2005 - eine Teilnehmerin erzählt
In diesem Jahr habe ich zum dritten Mal am Osterkurs bei Fulda
teilgenommen und mich schon Wochen vorher gefreut wie ein kleines Kind! Mittlerweile ist
es beinah wie nach Hause kommen - so viele vertraute Gesichter, die mich begrüßen, neben "Neulingen", die genauso scheu und
verwirrt wie ich vor 3 Jahren ihr Zimmer suchen ... erst mal durchatmen und ankommen, die
Hektik und Anspannung der letzten Tage, Wochen von mir abfallen lassen, hier bin
ich am richtigen Ort.
(Okay, eigentlich sind wir immer am richtigen Ort, aber so weit bin ich
wohl
noch nicht ... )
Ich brauche Kurse wie diesen, um "Aufzutanken" und mich immer
wieder
daran
zu erinnern, wo ich hin möchte und was mir wichtig ist - denn die
alten
Gewohnheiten und Muster sind stark und manchmal scheint es einfacher,
sie
beizubehalten, als sich zu ändern.
In einer Umgebung wie dieser fällt es mir leichter, mich zu öffnen,
weil ich
von Menschen umgeben bin, die sich in der gleichen oder einer ähnlichen
Situation befinden wie ich - und so ist es in Ordnung, wenn ich beim
ersten
Vortrag von Lama Tsony anfange zu weinen und nicht aufhören kann,
auch
Stunden später nicht.
Einen konkreten Anlass könnte ich nicht nennen und hier fragt mich
zum
Glück
auch niemand, es ist einfach in Ordnung, so, wie es ist.
Und wo sonst haben wir die Möglichkeit, so viele Lamas auf einmal
um
uns zu
haben, die uns in der Essenz alle das gleiche lehren, doch jeder auf
seine
Art?
Nicht nur bei offiziellen Interviews mit ihnen sprechen zu können,
sondern
auch zwischendurch, draußen bei einer Tasse Tee, beim Mittagessen,
bei
einem
Spaziergang.
Jeder von uns hat sicher den einen oder anderen Lama, dem er sich mehr
verbunden fühlt, zu dem er/sie ein besonderes Vertrauensverhältnis
hat.
Die
besondere Qualität eines solchen Kurses ist für mich aber auch,
andere,
"neue" Lamas zu treffen und von ihnen zu lernen. Die Kleingruppe
mit
Lama
Sherab Künsang war für mich sehr spannend und inspirierend,
gerade weil
ich
von ihr vorher noch keine Belehrungen erhalten habe. Spannend aber
auch,
weil ich zum gleichen Thema (Lodjong Geistestraining) bereits zweimal
ausführliche Belehrungen erhalten habe, und das Gefühl hatte,
ich höre
das
Alles zum ersten Mal. Ehrlich gesagt habe ich mich erst mal sehr
geschämt,
soviel vergessen zu haben. Doch bei Gesprächen mit Anderen stellte
sich
heraus, dass es ihnen ähnlich ergangen ist. Um so wichtiger ist es,
diese
Belehrungen wieder und wieder zu hören!
Ich persönlich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, am
Osterkurs
teilnehmen
zu können. Dankbar für die Belehrungen von Lama Tsony, die jedes
Mal
wie
eine eiskalte, sehr heilsame Dusche sind. Dankbar für die Kleingruppen,
die
Raum geben für Fragen und für einen sehr wichtigen Erfahrungsaustausch
- es
tut gut, zu hören, dass auch andere die gleichen Schwierigkeiten
haben
wie
man selbst. Dankbar für die 2 Stunden, die sich Drubla Gerd für
mich
Zeit
genommen hat, um mit mir Fragen zur Medizinbuddha-Praxis zu besprechen
und
zu klären. Dankbar für jedes Lächeln von Lama Yeshe Sangmo.
Dankbar,
dass
Menschen wie Gertrud sich um die Organisation dieses Kurses kümmern.
Nicht alles läuft reibungslos (im wahrsten
Sinne), und auch das gehört
meiner Meinung nach dazu.
Jetzt ist der Osterkurs bereits ein paar Wochen her und bei mir "wirkt"
er
noch immer - ich bin wieder mit mehr Freude und Disziplin (hätte
früher
nie
gedacht, dass das zusammen geht) auf meinem Sitzkissen dabei und
erinnere
mich wieder häufiger daran, den Dharma wo immer es geht auch in meinen
Alltag zu integrieren. Jeden Tag ein kleines bisschen mehr, jedes Jahr
einen
kleinen Schritt weiter.
Bis zum nächsten Jahr!
Miriam
Barth
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